Berichte von Caro und Michael

Das Thema „Urban Gardening“ ist ein wichtiges Thema für uns Bielefelder Piraten. Sowohl im Kommunalwahlprogramm 2014, als auch im Koalitionsvertrag mit SPD und Grünen haben wir dieses implementiert. Derzeit befinden wir uns in der Informations- und Vernetzungsphase, um herauszufinden, was genau von den Bielefeldern gewollt und praktisch möglich ist, um den Worten Taten folgen zu lassen. Ziel sind politische Anträge im Rat der Stadt Bielefeld. Zu diesem Zweck haben wir in den letzten Wochen begonnen, Kontakte zu knüpfen und Projekte zu besichtigen.

Besichtigung der Interkulturellen Gärten in Sieker

Die interkulturellen Gärten in Sieker sind Teil des Projektes „Soziale Stadt Sieker-Mitte“

Im Rahmen des Projektes wurden zwei Flächen mit insgesamt 42 Parzellen zum Gärtnern für die Anwohnerinnen und Anwohner des Wohngebietes angelegt. Es gab über 80 Bewerbungen für die Parzellen. Die Anwohnerinnen und Anwohner sind überwiegend einkommensschwach. Die Pacht beträgt daher sozialfreundliche 10,–€ pro Jahr.

Die interkulturellen Gärten werden mittels eines eigens gegründeten Vereins (e.V.) organisiert. Die Mitgliederinnen und Mitglieder setzen sich aus über 20 Ethnien zusammen, was durchaus für sprachliche Probleme, zum Beispiel bei Satzungsänderungen, sorgt. Der Verein hat, gemäß Vereinsrecht, einen Vorstand. Gleichwohl ist geplant, eine Art „Gartenrat“ einzurichten, um das ganze demokratischer zugestalten.

Das Projekt wird derzeit von Nina Becker (Diplom-Pädagogin, Landschafts- und Gartentherapie) betreut, die eine 10-Wochenstunden-Stelle besetzt. Wie lange die Betreuung noch finanziert wird, ist unklar.

Der Planer des Projekts, Landschaftsarchitekt Rolf Martin, hat auch die Vereinsbildungsprozesse begleitet und die partizipativen, kollaborativen Elemente in der Entstehung mitbetreut. Seiner Auffassung nach sollte das Projekt noch rund ein Jahr weiter betreut werden.
Derzeit sind den Parzellenbesitzerinnen und -besitzern die „Eigentumsfragen“ wichtig. Es gibt 42 einzelne Gärtnernde (-familien), die auf lange Sicht zu einem „Wir“ zusammenfinden sollen. Das betrifft sowohl die noch ungelöste Frage der Gartengeräte (bisher hat jeder eigene, die in die eigenen Wohnungen/ Keller mitgenommen werden müssen) und der Wasserversorgung, als auch das soziale Miteinander. Bereits jetzt sind aber tolle kommunikative Erfolge zu verzeichnen. Das Arbeiten an den Parzellen verbindet die Menschen und bringt sie miteinander ins Gespräch (zum Beispiel Austausch von Saatgut oder allgemeine Tipps).

Für viele Gärtnernde bedeutet die Parzelle Verwurzelung. Sie lassen sich Samen aus der alten Heimat schicken und verbinden so ihre Herkunft mit ihrem aktuellen Wohnort. Viele kommen aus agrarischen Gegenden und haben landwirtschaftliche Erfahrung, was man auch an den verschiedenen Anbaustilen sieht.

Weitere Infos:

Bericht vom Infotreff ‚URBANE Gärten im Ostmannturmviertel‘

Demnächst sollen 15 Hochbeete in sechseckiger Form (‚Wabenbeete‘) zum Teil einzeln aber auch gruppiert im Ostmannturmviertel verteilt aufgestellt werden. Die Hochbeete nehmen jeweils eine Rasenfläche von ca. 2m² ein und werden frei zugänglich stehen. Vom Umweltamt gab es bezüglich der Beet-Standorte einige Auflagen (2m Abstandseinhaltung zu Hecken, etc.).

Je 2-3 AnwohnerInnen des Viertels kümmern sich um ein Beet. Die Teilnahme ist kostenlos, sogar die Erde und das Startsaatgut ist bezahlt.
Allerdings müssen die Wabenbeete noch selber gebaut werden. Hierfür stellt Pip Cozens von der Künstlerinitiative ART at WORK seine Werkstatt die nächsten Montagnachmittage zur Verfügung.
Die Zeit drängt da die Vegetationsperiode bereits angefangen hat. Einige AnwohnerInnen haben daher schon ihre Pflanzen vorgezogen.

Begleitet wird das Projekt durch Transition Town Bielefeld (Reinhold Poier) und der Sportjugend Bielefeld.
Die Finanzierung läuft über den Verfügungsfonds Ostmannturmviertel, Stadtumbau Bielefeld. Antragsteller hierbei ist die Luisenschule, die auf ihrem Schulgelände bereits zwei Wabenbeete stehen hat, wovon eins bereits bepflanzt ist.

Weitere Infos (mit Fotos):

Fotos von den interkulturellen Gärten in Sieker:

Die Parzellen
Die Parzellen
Das ganze "grüne Band, welches sich durch das Wohngebiet zieht. Vorher stand dort ein dunkles ungepflegtes Wäldchen.
Das ganze „grüne Band, welches sich durch das Wohngebiet zieht. Vorher stand dort ein dunkles ungepflegtes Wäldchen.
Das X-Camp mit verschiedenen Sportmöglichkeiten, ist Teil des Gesamtprojektes
Das X-Camp mit verschiedenen Sportmöglichkeiten, ist Teil des Gesamtprojektes
Die Parzelle der Studierenden aus dem angrenzenden Wohnheim hat die höchste Palmendichte des Projekts. Geöffnet nicht vor 14 Uhr.
Die Parzelle der Studierenden aus dem angrenzenden Wohnheim hat die höchste Palmendichte des Projekts. Geöffnet nicht vor 14 Uhr.
Eröffnungsfest
Eröffnungsfest

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