Maximalgrößen für Schulklassen

Maximalgrößen führen zu maximalen Unzufriedenheiten

“Maximalgrößen für Kinder mit Migrationshintergrund führen zu einer Verschärfung der Konflikte und Ungleichheiten, nicht aber zu mehr Gleichheit oder gar verbesserten Lernbedingungen.”, so Gordana Rammert (schulpolitische Sprecherin der Ratsgruppe Bürgernähe / PIRATEN Bielefeld). In der bundespolitischen Diskussion ist derzeit die Diskussion über die Einführung einem Maximalwerte von 35% von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund. Die Begründung lautet, dass die Belastung für das Lehrpersonal so besser verteilt sei.

“Die Forderungen von Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) gehen an der Lebensrealität der Gesellschaft vorbei. Der Gedanke, der hinter der Forderung steht mag nachvollziehbar sein, jedoch ist es nicht zielführend einen Im- und Export von Kindern über die verschiedenen Stadtteile hinweg durchzuführen um Durchmischung herzustellen, wo es bisher keine gibt. Chancenungleichheit beginnt bereits bei der Kinderbetreuung, nicht erst in der Schule. Der Hebelpunkt ist demnach nicht in der Zusammensetzung der Schulklassen zu finden, sondern in der sozialen Infrastruktur der Stadtteile. Ein fallbezogenes Quartiersmanagement kann in homogenen Stadtteilen mehr Wirkung erzielen als es eine Umverteilung von Schülerinnen und Schüler erzielen würde. Viel mehr ist zu befürchten, dass es an anderen Schulstandorten zu Konflikten kommen würde und die “umverteilten” Kinder dort stigmatisiert werden. Eine Verkleinerung von Klassen mit einem höheren Betreuungsaufwand um die Lehrkräfte zu entlasten sei wesentlich sinnvoller als sie nur durch die Gegend fahren zu lassen, damit sie dort dann exkludiert werden – dies ist nicht zielführend.”

Eine Verkleinerung von Klassen bedingt jedoch auch mehr räumliche und sächliche Ausstattung, also Räume und vor allem Personal. Investitionen in eben diese Infrastruktur sind nachhaltiger als die Investitionen in Schülerbeförderungskosten.

Autor: Gordana Rammert


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