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Piratenpartei fordert Unterstützung für Primusschule

Piratenpartei fordert Unterstützung für Primusschule

Die Piratenpartei Bielefeld fordert Rat und Verwaltung auf, sich, wie vom Ausschuss für Schule und Sport am 1.4.2014 beschlossen, für die Einrichtung einer Primusschule in Bielefeld einzusetzen.

Obwohl sich der Ausschuss für die Primusschule ausgesprochen hat, weigert sich die Schulverwaltung beharrlich, die notwendige Elternbefragung durchzuführen. Auch Unterstützung aus der Politik ist nicht erkennbar.

„Durch die Bereitschaft der Brodhagenschule, am Schulversuch PRIMUS teilzunehmen, sind die Grundlagen für die Gründung einer Primusschule vorhanden. Die Behauptung, dass eine teilnehmende Grundschule benötigt wird, ist falsch. Auch das Argument, dass die Brodhagenschule nicht über ausreichende Kapazitäten verfügt, ist nicht richtig. Ebenso ist es reine Spekulation, dass die Gründung einer Primusschule notwendig mit der Schließung einer Grundschule verbunden ist“, so Rüdiger Linde, Abgeordneter der Piratenpartei in der Bezirksvertretung Mitte.

„Die Antragsfrist für die Primusschule endet am 15. September. Mit der Unterstützung von Rat und Verwaltung wäre eine erfolgreiche Antragsstellung möglich. Offenbar versuchen diese jedoch, das Verfahren durch Untätigkeit zu sabotieren.“, so Rüdiger Linde weiter.

Die Eltern-Umfrage der Initiative Primusschule hat eindeutig ergeben, dass das Interesse an einer Primusschule vorhanden ist. Die Bielefelder Piratenpartei fordert alle im Rat vertretenen Parteien auf, dem Elternwillen zu entsprechen und sich für die Primusschule einzusetzen.

 

Podcast mit Rüdiger Linde zum Thema

4 Kommentare zu “Piratenpartei fordert Unterstützung für Primusschule

  1. Ja, ich kenne solche Schulmodelle bin selber mal auf einer Einheitsschule nach Kommunistischen Modell gewesen und präferiere es auch weiterhin. Doch um dem Bürger dieses Gesamtmodell verkaufen zu können, muss man halt schon jedem Schüler individuelle Wahlmöglichkeiten in den einzelnen Fächern in Kursen bieten. Denn die Niveaus der Schüler sind zu unterschiedlich, was das Modell auch sehr teuer macht wenn dabei gleichzeitig auch die geforderte Individualität gewährleistet wird. Wir kennen ja solche Systeme aus den USA wo sich halt nur große Schulen (engl. high schools) lohnen, weil eben für jedes Fach zwei oder drei Kurse gebildet werden müssen. – Aber ich und viele Bürger sind eigentlich gegen größerer Schulen und vielmehr möchte der Bürger mehr wohnortnahe Schulen für die Kids.

  2. Rüdiger Linde

    Die Primusschule ist eine Experimentalschule ähnlich wie die Laborschule und verwendet auch ähnliche pädagogische Konzepte. In dieser Schule können Schüler vom 1. bis zum 10. Schuljahr zusammen lernen, es wird nicht ausgesiebt. Die Schule steht selbstverständlich allen Schülern offen. Die Grundrechte der Schüler werden hoffentlich in allen Schulen gewahrt. Diese Schule ist nicht die allein seligmachende, sondern es geht in erster Linie darum, den Willen der Eltern und Schüler zu respektieren. Fakt ist, daß wir mit der Laborschule seit 40 Jahren eine ähnliche Schulform in Bielefeld haben, wo jedes Jahr viele Schüler abgewiesen werden müssen. Eine Umfrage des Stadtelternrates hat ergeben, daß es ausreichend Eltern gibt, die ihre Kinder auf diese Schule schicken möchten.

  3. Möchtet ihr vielleicht den Begriff „Primusschule“, der geschlagene 10 Mal in einem Artikel von 201 Worten auftaucht (Quote: knapp 5%!) zunächst definieren, so dass auch zufällige Leser ohne Benutzung einer Suchmaschine Euch verstehen könnten?

    Welche Auswirkungen hätte die Einführung dieser Schulform (hoffentlich für alle Kinder, nicht nur für eine ausgesuchte Elite) auf die Bewahrung der Grundrechte der Schüler?

    Welche Kriterien lagen bei der Auswahl dieser Schulform zur Darstellung als allein seligmachende Zugrunde?

    • Lars Buesing

      Hallo Bastiaan, vielen Dank für den Hinweis – sprachlich gäb’s da sicherlich was zu verbessern ;-) Zur Erklärung: Dies ist eine Presseerklärung im Wortlaut, auf ausführliche Erklärungen verzichten wir dort meist. Ein erklärender Satz wäre aber sicherlich nicht verkehrt gewesen.

      Der PRIMUS Schulversuch ist ein vom Land gestarteter, auf maximal 15 Schulen und 10 Jahre begrenzter Versuch, andere Lernkonzepte auszuprobieren, darunter das Klassen übergreifende Lernen, den Verzicht auf Ziffernoten sowie den Schulwechsel nach der vierten Klasse. Die Primusschule übernimmt dabei Konzepte, die seit Jahrzehnten erfolgreich in der Laborschule praktiziert werden, und sich in weiten Teilen auch im Bildungsprogramm des LV NRW der Piratenpartei finden. Eine solche Schule wäre eine Bereicherung der Schullandschaft in Bielefeld, und auch angesichts der Nachfrage nach Plätzen an der Laborschule eine sinnvolle Ergänzung. Als ‚allein seligmachend‘ würde ich sie nicht bezeichnen, sondern als Teil und erster Schritt einer notwendigen Weiterentwicklung des Schulsystems. Die Frage nach der Bewahrung der Grundrechte der Schüler verstehe ich auf Anhieb leider nicht – die Primusschule als inklusive Schule steht grundsätzlich allen Schülern offenstehen, und sollte, zumindest der Theorie nach, besser auf die individuellen Bedürfnisse der Schüler reagieren können.

      Grundlegende Informationen zum Schulversuch gibt es u.a. beim Schulministerium , in Bielefeld setzt sich speziell die Initiative Primusschule sowie das Bündnis eine Schule für alle für eine solche ein. Auch der KV Bielefeld der Piratenpartei beantwortet gerne weitere Fragen, entweder hier in der Kommentarspalte, oder über die Kontaktadressen.

      Ich hoffe, ich konnte einige Punkte erklären – sonst gerne noch mal nachfragen.

      P.S.: Der KV Bielefeld hat sich in seinem Wahlprogramm ebenfalls für eine Primusschule ausgesprochen.

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