[Text & Meinung: Lars Büsing]

In der letzten Woche erreichten uns (bzw. den Kreisvorstand) viele Zuschriften von Personen, die ihre Empörung darüber zum Ausdruck brachten, dass die B66n in den Bunderverkehrswegeplan aufgenommen werden soll. Ich möchte an dieser Stelle gar nicht erst anfangen, die Argumente für und wider den Bau eines solchen Mammut-Machwerks aufzuzählen oder abzuwägen. Es sei nur gesagt: Eine Autobahn mitten durch die Stadt hätte man vielleicht vor 60 Jahren bauen können, heute wäre ein solcher Koloss ein stadtplanerisches Verbrechen.

Die Meldung, dass die B66n nun in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen werden soll, ist auch bei uns auf Unverständnis gestoßen. In der Koalitionsvereinbarung zwischen SPD, Grünen und der Ratsgruppe Bürgernähe/PIRATEN wurde im letzten Jahr explizit festgehalten, dass eine solche ‚Umgehungstraße‘ abgelehnt wird. Wörtlich heißt es:

‚Die B66n wird nicht gebaut. Der Bau einer vierspurigen Bundesstraße aus dem Osten der Stadt in das Zentrum wird nicht mehr weiterverfolgt.  Die planerisch gesicherte Trasse soll jedoch für einen möglichen  zukünftigen Verkehrsträger des ÖPNV freigehalten werden.‘ [Koalitionsvertrag als PDF-Dokument herunterladen]

Diese Aussage ist in der Koalition unstrittig und hat weiter Bestand. Aus dieser Position heraus wird man auch den neuen Entwicklungen begegnen.

Auch unser Ratsherr Michael Gugat hat sich bereits klar positioniert:

‚Dieses Betonmonster aus dem verkehrsplanungstechnischen Paläolithikum ist mit mir nicht zu machen. Bielefeld braucht keine Lena-Strothmann- Gedächtnisautobahn quer durch die Stadt, sondern ein vernünftiges  Verkehrskonzept mit Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs  und Stärkung der Radverkehre und dem Ausbau von Bus und Bahn. Alles  weitere dazu sagt die Initiative B66n.‘

Die Argumente der Initiative gegen die B66n werden von mir und vielen anderen in der Piratenpartei Bielefeld (und vermutlich von allen in der Wählergemeinschaft Bürgernähe) geteilt. Ich halte es für ausgeschlossen, das in der jetzigen Konstellation die Planungen für die B66n wieder aufgenommen werden. Allerdings muss man auch darüber sprechen, wie dieses Projekt endgültig beerdigt werden kann, und die freigehaltene Trasse einer für die Stadtentwicklung sinnvollen Nutzung unter Einbeziehung des ÖPNV zugeführt werden kann. Ideen und Anregungen diesbezüglich nehmen wir gerne auf.

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