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Christoph Tacke: Musik ist uns allen etwas wert!

Christoph Tackes Rede auf der Bielefelder GEMA-Demo in Bielefeld am 6. September 2012:

Der nordirische Musiker Van Morrison sagte einst: „Musik ist spirituell. Das Musikgeschäft ist es nicht!“

Musik gehört in unser Leben wie die Luft, die wir atmen. Sie inspiriert uns, und sie ermutigt uns. Sie ist die heimliche treibende Kraft für Innovationen.

Musik ist uns allen etwas wert!

Musik wird von Menschen gemacht. Diese müssen Essen, Miete zahlen und vieles mehr. Wir müssen einen Weg finden, dass Künstler für ihre Erzeugnisse angemessen entlohnt werden und die Nutzer angemessen dafür bezahlen.

Dafür brauchen wir zukunftsfähige Verwertungsgesellschaften.

Was wir aber nicht brauchen, ist eine monopolistische GEMA, die sowohl bei den Künstlern als auch bei den Nutzern nur Ungerechtigkeiten produziert.

Gerade einmal 5 Prozent der bei der GEMA registrierten Mitglieder, die sogenannten ordentlichen Mitglieder, bestimmen über die Verteilung der Ausschüttungen. Dies wird von der GEMA damit gerechtfertigt, dass diejenigen, die am meisten verdienen, auch über die Ausrichtung der GEMA bestimmen sollten.

Das wäre ungefähr so, als würde bei einem Geschäft der größte Zulieferer bestimmen, was die einzelnen Zulieferer für ihre Leistungen bekommen. So etwas würde sich niemand bieten lassen, aber weil es keine Alternativen gibt, lassen sich die Künstler drauf ein. Und so schustern sich diese 5 Prozent der Mitglieder für ihre Werke sogenannte Multiplikationspunkte zu.

Auf diese Weise werden die Einnahmen der GEMA von Nischendiskos, von Festivals aber auch von Leermedien wie CD-Rohlingen, Festplatten, USB Sticks und Handys, fast ausschließlich an die ordentlichen Mitglieder ausgeschüttet.

Das führt dazu, dass die 5 Prozent  65 Prozent der Ausschüttungen der GEMA bekommen – Tendenz steigend, im Jahr 2000 waren es noch 57 Prozent -, während andere Künstler nur einen Bruchteil von dem bekommen, was sie für ihre eigenen Aufführungen an die GEMA gezahlt haben.

Gerechtigkeit geht anders!

Durch Jahrzehntelange Lobbyarbeit hat die GEMA verhindert, dass sich neben ihr eine weitere Verwertungsgesellschaft für Musik bildet. So kann sie auch weiterhin ihre wertvolle GEMA-Vermutung praktizieren. Durch diese müssen auch Clubs, die nur einen geringen Anteil an GEMA-pflichtiger Musik spielen, den vollen Betrag bezahlen.

Andererseits müssen Künstler, die ihre GEMA-freie Musik veröffentlichen wollen, beweisen, dass diese bei der GEMA nicht registriert ist.

Hier schreibt die GEMA gerne einmal unberechtigte Rechnungen und bietet dann eine Prüfung und die eventuelle Ausstellung einer Gutschrift an. Mit der GEMA-freie Künstler sicherlich wenig anfangen können.

Und nun hat sich die GEMA in ihrem Größenwahn die Nutzer vorgenommen.

Denn die geplante Vereinfachung der Tarifstruktur ist nichts anderes als eine exorbitante Steigerung ihrer Einnahmen.

Dabei verliert sie jegliches Augenmaß!

Mit Preissteigerungen von teilweise über 1000 Prozent gefährdet die GEMA die gesamte deutsche Club- und Diskoszene. Viele Diskos würden schließen müssen. Viele Menschen könnten sich keinen oder nur noch deutlich weniger Diskobesuche mehr leisten.

Wir setzen heute ein Zeichen für die Künstler, für Diskotheken und für die Menschen.

Wir werden weiter kämpfen! Und vor allem tanzen wir weiter!

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