Allgemein Kommunalpolitik Piratenpartei Bielefeld

Besichtigung der Flüchtlingsunterkunft Eisenbahnstraße

Text und Meinung: Michael Gugat

Stichwortartiger (Kurz-)Bericht von der Besichtigung der Unterkunft für Geflüchtete in Brackwede, Eisenbahnstrasse

Vielen Dank an die Ratsfraktion der Grünen, denen ich mich kurzfristig beim heutigen Termin anschließen durfte! :-)

Hier unser Bericht von der Besichtigung der Unterkünfte „Teichsheide“ und „Hubertstraße“ im Februar 2014

Das Gebäude an der Eisenbahnstraße ist eine ehemalige Wäschefabrik, die bis vor kurzem als Wohnobjekt genutzt wurde. Geplant war eigentlich, dass die Unterkunft jetzt im Spätherbst hergerichtet ist. Die Unterkunft „Teichsheide“ sollte dahin umziehen. Leider gab es bautechnische Verzögerungen. Betreiber der Unterkunft ist die BGW.

Verkehrssituation
Verkehrssituation
Karte
Karte

Ab Dezember werden voraussichtlich die ersten Bewohner einziehen können. Wahrscheinlich werden das die fünf Familien aus der Unterkunft am Stadtring sein, weil diese absolut desolat ist (zum Teil funktionieren nicht einmal die Heizungen).

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Ein- und Ausfahrt
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Innenhof
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Innenhof

Äußerlich wird die Unterkunft nach einem Farbkonzept gestaltet werden.

Die ursprünglich geplante Anzahl von 184 Bewohnern wird voraussichtlich nicht erreicht, da mehr Platz für Verwaltungsbüros geschaffen wird. Derzeit wird von 170 Plätzen ausgegangen.

Die Unterkunft wird in einen Bereich für alleinlebende Männer und einen für Familien getrennt werden. Die Männer werden voraussichtlich aus der Unterkunft „Huberstrasse“ hierher ziehen, da diese vergleichsweise teuer ist. Die „Huberstrasse“ gehört der Ev. Kirche, wurde von der Stadt beschlagnahmt (was schlimmer klingt, als es ist, das hat nur mietrechtliche Konsequenzen) und verursacht wohl insbesondere hohe Heizkosten.

Einzelne Wohnungen des Familienbereichs kann man ggf. noch zusammenführen, wenn zum Beispiel große Familien einziehen.

Im Gebäude der alten Poststation wird eine Kindertagesstätte/Kindergarten eingerichtet. Über dem Kindergarten sind Gästewohnungen geplant/angedacht. Die alleinlebenden Männer dürfen keinen Damenbesuch empfangen, Gästeübernachtungen in den Familienwohnungen sind auch nicht erwünscht.

Kindergarten in der Alten Poststation
Kindergarten in der Alten Poststation

Die Unterkunft „Eisenbahnstraße“ ist jeweils für ca. 12 Monate Aufenthalt gedacht. In einzelnen Fällen kann die Suche nach adäquatem Wohnraum länger dauern, ggf. aber auch kürzer (z.B. bei Schwangerschaft).

Die Unterkunft wurde renoviert aber nicht modernisiert. Die Gasheizung ist ebenfalls nicht modernisiert.

Ausblick aus einem Zimmer
Ausblick aus einem Zimmer
Zimmer
Zimmer
Küche
Küche
Bad
Bad
Bad
Bad

Damit die Bewohner Zugang zum Internet und muttersprachlichem TV haben, wurde ein Vertrag mit Unitymedia abgeschlossen. Pro Familie (bzw. Person bei den alleinlebenden) werden 5,–€ pro Monat erhoben.

Im ganzen Haus ist eine Brandmeldeanlage installiert. Die notwendigste Einrichtung (z.B. Tische, Stühle, Betten, Besteck, Geschirr etc.) wird gestellt.

Im Gebäude wird es eine Möbel- und Kleiderkammer geben.

Es sind derzeit zwei barrierefreie Wohneinrichtungen geplant.

In den Treppenhäusern und im Außenbereich werden Kameras installiert. Insgesamt handelt es sich um 12 Kameras. Bestimmte Besucher sind nicht erwünscht (Drogenhändler, Prostituierte). Ggf. gibt es Partys mit zu viel Alkoholgenuss und Randale. Außerdem soll sichergestellt werden, dass keine fremdenfeindlichen Übergriffe erfolgen. Die Aufnahmen werden drei Tage auf Festplatten gespeichert. Das ganze basiert auf Erfahrungen der BGW in vergleichbaren Einrichtungen und ist Teil des Sicherheitskonzeptes. Exemplarische erklärte der BGW-Vertreter, dass ca. einmal im Monat die Aufnahmen in der Unterkunft für Wohnungslose in der Kreuzstrasse von der Polizei angefordert werden. Hierbei geht es aber wohl hauptsächlich um polizeilich gesuchte Personen.

Persönliches Fazit:

Die Einrichtung ist in meinen Augen in Ordnung. Es wurde nur das nötigste auf niedrigem Niveau gemacht. Das Konzept mit dem Kindergarten gefällt mir sehr gut. Die Unterkunft ist verkehrstechnisch gut angebunden (Bahnhof Brackwede und Straßenbahnhaltestelle Linie 1). Die Wohnungen erschienen mir ausreichend groß und hell und freundlich. Die Lärmbelastung ist bei geschlossenen Fenstern erstaunlich gering. Das Sicherheitskonzept mit den Kameras sollte von uns noch einmal hinterfragt werden. Wie sich das alles im laufenden Betrieb darstellt, gilt es zu überprüfen. Insbesondere sollte der Augenmerk auf den tatsächlichen Zeiträumen des Verbleibs der Geflüchteten in diesem „Übergangswohnheim“ liegen.

1 Kommentar zu “Besichtigung der Flüchtlingsunterkunft Eisenbahnstraße

  1. Danke sehr für die Besichtigung und den Bericht!
    Schön, das ihr die Vorgänge im Auge behaltet! Sicher wäre es besser kleine Wohnungen in bewohnter Umgebung nutzen zu können. So bleibt im Moment zu hoffen, das Anwohner nicht allzu weit entfernt wohnen und das es Begegnungsmöglichkeiten gibt.

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